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Was kostet eine Website wirklich?

Warum Preise zwischen 300 und 30.000 Euro liegen, welche Kosten nach dem Livegang bleiben und woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen.

Veröffentlicht
Lesezeit
7 Minuten
Autor
Damian Thoma

Die ehrliche Antwort lautet: zwischen 300 und 30.000 Euro. Das klingt nach Ausweichen, ist aber der Kern des Problems. „Website“ beschreibt keine Leistung, sondern ein Ergebnis — ungefähr so präzise wie „Fahrzeug“. Ein Moped ist ein Fahrzeug, ein Sattelschlepper auch.

Dieser Artikel erklärt, woraus sich der Preis tatsächlich zusammensetzt, welche Kosten nach dem Livegang bleiben und woran Sie erkennen, dass ein Angebot Sie später teuer zu stehen kommt.

Die drei Preisklassen und was sie tatsächlich bedeuten

Baukasten, selbst gebaut: 0 bis 300 Euro

Sie zahlen eine monatliche Gebühr und bauen selbst. Das funktioniert für einen ersten Auftritt, wenn Sie Zeit haben und Ihre Ansprüche überschaubar sind. Was Sie dafür bezahlen, ist nicht Geld, sondern Ihre Arbeitszeit — realistisch 20 bis 60 Stunden, bis etwas Vorzeigbares steht.

Die Rechnung kommt später: Baukästen liefern viel Code mit, den Ihre Seite nicht braucht, und werden dadurch langsam. Umziehen können Sie in der Regel nicht — die Inhalte bleiben im System des Anbieters.

Vorlage, angepasst: 500 bis 2.500 Euro

Jemand kauft ein Theme, tauscht Logo, Farben und Texte aus und liefert. Das ist ein legitimes Angebot, wenn es offen so verkauft wird. Sie bekommen schnell eine funktionierende Seite.

Der Haken liegt in der Struktur: Die Vorlage bestimmt, welche Argumente in welcher Reihenfolge stehen. Das ist genau die Entscheidung, die eigentlich von Ihrem Angebot ausgehen sollte. Dazu kommt technischer Ballast — Themes bringen Funktionen für alle möglichen Branchen mit, die trotzdem geladen werden.

Individuell gebaut: ab etwa 700 Euro aufwärts

Struktur, Gestaltung und Umsetzung entstehen für Ihr Angebot. Der Preis richtet sich nach dem Umfang: eine kompakte Seite mit drei Unterseiten kostet einen Bruchteil eines Auftritts mit zwölf Seiten, Redaktionssystem und zweiter Sprache.

Hier liegt auch die größte Preisspanne, weil „individuell“ alles zwischen einem klaren Einseiter und einer Anwendung mit Buchungslogik bedeuten kann.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Bei einem seriösen Angebot lässt sich der Betrag auf Arbeitsschritte zurückführen. Ungefähr in dieser Verteilung:

  • Konzept und Struktur: welche Seiten, welche Reihenfolge, wo landet die Anfrage. Etwa 15 Prozent des Aufwands und der Teil mit dem größten Einfluss auf das Ergebnis.
  • Gestaltung: Entwurf aller Seitentypen samt Schrift-, Farb- und Abstandssystem. Etwa 25 Prozent.
  • Umsetzung: der Bau der Seite inklusive Formularen, Bildoptimierung und Barrierefreiheit. Etwa 40 Prozent.
  • Inhalte: Texte überarbeiten, Bilder vorbereiten, alles einpflegen. Etwa 15 Prozent — mehr, wenn keine Texte vorhanden sind.
  • Livegang: Domain, Hosting, Weiterleitungen, Suchmaschinen-Anmeldung. Etwa 5 Prozent.

Was nach dem Livegang bleibt

Die einmaligen Kosten sind die eine Hälfte. Die laufenden werden regelmäßig übersehen:

  • Domain: eine .at-Domain kostet je nach Anbieter grob 15 bis 40 Euro im Jahr.
  • Hosting: von wenigen Euro monatlich bis dreistellig, je nach Anforderung. Für eine normale Firmenwebsite reicht das untere Ende.
  • Wartung: technische Updates und kleine Änderungen. Entweder stundenweise oder als monatlicher Rahmen.
  • Inhaltspflege: kostet nichts, wenn Sie selbst pflegen — aber nur, wenn ein Redaktionssystem vorhanden ist.

Rechnen Sie diese Positionen im Angebot getrennt aus. Ein Anbieter, der laufende Kosten in einer Gesamtsumme versteckt, hat einen Grund dafür.

Fünf Warnzeichen in einem Angebot

  1. Ein Pauschalpreis ohne Aufschlüsselung. Wenn nicht steht, was enthalten ist, ist alles ein Nachtrag.
  2. Monatsrate ohne Eigentumsübergang. Sie zahlen drei Jahre und besitzen am Ende nichts. Prüfen Sie, wem Domain und Inhalte gehören.
  3. Garantierte Google-Platzierungen. Diese Garantie kann niemand geben. Wer sie gibt, verkauft Ihnen etwas anderes als SEO.
  4. Kein Wort zu Weiterleitungen beim Relaunch. Das ist der Punkt, an dem Sichtbarkeit verloren geht — er muss im Angebot vorkommen.
  5. Keine Angabe zur Ansprechperson nach dem Livegang. Fragen Sie ausdrücklich, wer sich in einem Jahr um Änderungen kümmert.

Was ein realistischer Rahmen ist

Für ein kleines Unternehmen oder eine Praxis in Vorarlberg mit drei bis fünf Seiten, individuellem Design, Anfrageformular und technischen SEO-Grundlagen liegt der übliche Rahmen im niedrigen vierstelligen Bereich. Kompakte Auftritte starten darunter, bei THODAM ab etwa 700 Euro.

Kommen Redaktionssystem, mehrere Standorte, eine zweite Sprache oder eigene Funktionen dazu, verschiebt sich das entsprechend nach oben. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass Sie vor Projektstart wissen, welche Zahl gilt.

Die Frage vor der Preisfrage

Bevor Sie Angebote vergleichen, klären Sie eine Sache: Was soll die Website tun? Anfragen bringen, Bewerbungen bringen, Telefonate ersparen, Vertrauen aufbauen, Öffnungszeiten aktuell halten. Diese Antwort bestimmt den Umfang — und damit den Preis.

Eine Website, die nichts kostet, aber auch nichts einbringt, ist teurer als eine, die etwas kostet und funktioniert.

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