Das Einzugsgebiet steht nirgends
Ein Betrieb aus Lustenau fährt selbstverständlich nach Götzis. Auf der Website steht das nicht, also fragt aus Götzis niemand an.
Branche · Handwerk
Handwerksbetriebe brauchen selten mehr Anfragen. Sie brauchen die richtigen — und Fachkräfte.
Die meisten Handwerksbetriebe in Vorarlberg haben genug Arbeit. Das Problem ist nicht die Auftragslage, sondern die Zusammensetzung: zu viele kleine Anfragen, zu wenige, die zum Betrieb passen, und fast keine Bewerbungen.
Trotzdem sieht die Website aus, als ginge es um Kundengewinnung: Leistungsliste, ein Foto vom Firmengebäude, ein Kontaktformular. Der Bereich mit dem größten Hebel — offene Stellen — steht als PDF im Fußbereich, falls überhaupt.
Dazu kommt ein zweites Muster: Die Seite ist am Handy mühsam, obwohl fast jede Anfrage von dort kommt. Telefonnummer nicht antippbar, Bilder zu groß, Formular zu lang.
Nichts davon ist böser Wille. Es fällt nur niemandem auf, weil man die eigene Seite nie so liest wie ein Kunde.
Ein Betrieb aus Lustenau fährt selbstverständlich nach Götzis. Auf der Website steht das nicht, also fragt aus Götzis niemand an.
Stockfotos von fremden Baustellen sind erkennbar und wirken gegenteilig. Drei echte Fotos vom eigenen Team schlagen dreißig gekaufte.
Wer eine Stelle sucht, macht das abends am Telefon. Ein Formular mit vier Feldern bekommt Bewerbungen, ein PDF-Download bekommt keine.
Ein Formular mit „Name, E-Mail, Nachricht“ erzeugt Rückfragen. Zwei zusätzliche Felder — Ort und Art des Vorhabens — sparen ein Telefonat je Anfrage.
Eine Website macht aus einem überlasteten Betrieb keinen entspannten. Was sie kann: die falschen Anfragen abfangen, bevor sie zum Telefonat werden, und Bewerbungen von Leuten bringen, die sonst nie angerufen hätten.
Beschreiben Sie mir Ihre Situation. Ich sage Ihnen im Erstgespräch, welche zwei oder drei Punkte bei Ihnen den größten Unterschied machen.